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Auswirkungen der Staustufe Graz - Puntigam
Zerstörung unseres Erholungs- und
Freizeitraumen
Das
Rauschen der Mur bietet nicht nur die perfekte Atmosphäre um zu entspannen,
sondern dient auch als Lebens und Freizeitparadies mitten in der Innenstadt.
Durch das Aufstauen des Flusses wir die Mur in einen Stausee verwandelt. Dieses
einzigartige Naturparadies mitten in der Stadt wird durch die Bauarbeiten für
immer verändert werden.
Derzeit begleiten unzählige Baumreihen die Murpromenade, die Rad- und Spazierwege entlang am Fluss. Diese spenden im Sommer wohltunenden Schatten und machen es möglich diesen Naturraum zu genießen. Sollte in Graz eine Staustufe gebaut werden, wird sich dieser Freizeitraum massiv verändern. Um die Dämme entlang der Murufer bauen zu können müssen unzählige Bäume geschlägert werden. Zusätzlich wird durch die Staustufe der Wasserspiegel angehoben. Die Wurzeln der verbleibenden Bäume ragen dann permanent ins Wasser, was sie langsam verfaulen lässt. Innerhalb von 10 Jahren werden die Bäume nacheinander absterben. Insgesamt 8.000 Bäume werden laut Naturschutzbund dem Kraftwerk zum Opfer fallen. Bis neu gesetzte Bäume in vergleichbare Höhe gewachsen sind, dauert es mindestens 30 Jahre. Der Grünkorridor der Mur wird dadurch auf unbestimmte Zeit verloren gehen.
Ein fließender Fluss ist eine Frischluftschneise. Zusammen mit seinen tausenden Uferbäumen, reinigt er die Luft und schafft in Flussnähe sein eigenes wohltuendes Klima. Ein aufgestautes Gewässer ist einerseits wärmer und produziert keine kühlen Winde, andererseits würde unter dem Baumsterben auch die Luftqualität leiden. Umso älter ein Baum ist, umso mehr CO2 kann er wieder zu Sauerstoff umwandeln. Neu gepflanzte Bäume könnten diese Verluste also niemals ausgleichen. Auch die jahrelangen Bauarbeiten und die damit verbundene Verkehrsbelastung würden sich negativ auf die Luftqualität in Graz auswirken. Die Feinstaubbelastung im Stadtgebiet würde deutlich steigen.
Für viele GrazerInnen ist die Mur ein idealer Freizeitraum geworden. Vor allem
bei Wassersportlern sind die Strömungen des Flusses sehr beliebt. So sieht man
neben Kajakfahrern und Paddlern auch immer wieder Surfer, die unter der
Hauptbrücke ihr Können erproben. Neugierige Zuschauer versammeln sich am
Geländer und beobachten das sportliche Treiben auf der Welle.
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Das beruhigende Rauschen, das Spaziergänger und Radfahrer derzeit auf ihrem Weg neben der Mur begleitet, wird nach dem Bau des Kraftwerks nicht mehr hörbar sein. Die Fließgeschwindigkeit der Mur wird auf 0,3m pro Sekunde verringert. Sie fließt dann um 90% langsamer als der natürliche Fluss. Das heißt, dass es sich oberhalb des Staus um ein beinahe stehendes Gewässer handeln wird. Bis zur Hauptbrücke in der Grazer Innenstadt wird die Verringerung der Fließgeschwindigkeit spürbar sein. Für Generationen bedeutet dieses Kraftwerk den Verlust des Landesflusses. Die Mur wird dann zum Stausee.
Hochwasser und Grundwasser Das Ökosystem der Mur wird durch das Zusammenspiel von Fluss und dem umgebenden Uferland aufrecht erhalten. Der Grundwasserspiegel der umliegenden Gebiete wird durch den fließenden Fluss geregelt und weitgehend konstant gehalten.
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Durch die Bauarbeiten und die Abgase der Maschinen wird sich die Luftqualität während der Bauzeit verschlechtern. Auch die Verkehrsbelastung in Graz wird durch die Zu- und Abfahrt der Bagger steigen. Die Olympiawiese und die Ufer der Mur werden zu einer ständigen Baustelle. Daraus ergibt sich eine jahrelange Lärmbelästigung für die Anrainer und Freizeitgenießer an der Mur.
Im Zuge des Kraftwerkbaus soll auch eine Seichtwasserzone entstehen. Das ein Meter tiefe Becken soll eine Ausgleichsmaßnahme darstellen und ein Art großes Biotop werden. Der Zugang für Menschen wird gesperrt, da die Mur nicht als Badewasser ausgewiesen ist. Das stehende Gewässer bietet Tieren, wie Gelsen und Mücken einen hervorragenden Lebensraum. In der Umgebung dieser Zone kann daher mit einem vermehrten Aufkommen von Stechmücken gerechnet werden.
Für den Bau dieser Seichtwasserzone sollen die Heimgärten des HGV Grünanger
weichen. Die mit Liebe gepflegten Schrebergärten werden überschwemmt. Auch die
Sportanlagen in diesem Bereich müssen verlegt werden. Den Anrainer werden damit
die vorhanden Freizeitmöglichkeiten genommen.
Durch das Aufstauen des Wassers wird vielen fließwassergebundenen Fischarten der Lebensraum genommen. 85% der in der Mur lebenden Fischarten würden dadurch aussterben. Auch seltene Tierarten, wie der international geschützte Huchen, wären von der Zerstörung ihres Lebensraumes betroffen. Der bis zu 1,50m große Fisch lebt derzeit mitten in der Innenstadt von Graz, was von der guten Wasserqualität der Mur zeugt. Eine derartige Fischvielfalt in einem Stadtgebiet ist äußerst selten. Durch den Bau einer Staustufe würden wir sie für immer ausrotten.
Die Mur bietet vielen Tierarten einen Grünkorridor, der sie durch die gesamte
Innenstadt führt. Sie benutzen den Waldstreifen entlang des Flusses um in Graz
vom nördlichen Stadtpark bis zu den Waldgebieten im Süden zu gelangen. Dieser
Durchgangsstreifen würde durch den Bau der Staustufe unterbrochen werden.
Der Verlust steht im Vergleich zu einem sehr geringen Stromgewinn. Die Staustufe
Puntigam wird nicht mehr als 0,15% des österreichischen Strombedarfs decken
können. Gerade im Winter, wenn die GrazerInnen Strom zum Heizen brauchen führt
die Mur zu wenig Wasser, um damit ein Kraftwerk effizient betreiben zu können.
Zu dieser Jahreszeit muss Strom aus dem Ausland zugekauft werden.
Der Bau dieser Staukette bedeutet für Graz den Verlust des Weltkulturerbes.
Der
Stau soll sowohl in die Pufferzone als auch in die Kernzone der Grazer
Kulturhauptstadt reichen. Es besteht die Gefahr, dass internationale Gremien die
Veränderung des erst 1999 durch die UNESCO verliehenen Weltkulturerbes nicht
akzeptieren und der Stadt Graz diesen wichtigen Titel aberkenne. Für den
Tourismus und die Stadt Graz ein sicher nachteiliger Aspekt.
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Staustufe
GÖSSENDORF |