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Echte Demokratie
statt Wahlkampfgag
Graz, 30. Jänner
2012
ÖVP-Wahlumfrage für „Rettet die Mur“ bedeutungslos –
Bürgerinitiative kann Wahlkampf einzelner Parteien nicht dienen –
Rettet die Mur hält weiter an demokratischer Volksbefragung fest.
Als überparteiliche Plattform wird die Bürgerinitiative „Rettet die
Mur“ den Wahlkampf einer politischen Partei nicht mittragen. „Wir
haben Unterstützer aus allen politischen Lagern. Diese können wir
nicht auf die Wahlkampfseite einer politischen Partei verweisen,“
stellt Clemens Könczöl, Sprecher der Initiative klar. „Alle
GrazerInnen werden in absehbarer Zeit an einer echten Volksbefragung
teilnehmen und über den Bau einer Staustufe in Graz abstimmen
können.“
„Dass bei der Initialveranstaltung zum Wahlkampf individuelle
Umfragecodes von einer Agentur gleich dutzendfach verteilt wurden,
bestärkt uns in unserer Meinung. Problematisch sehen wir auch, dass
die Hersteller der Umfragecodes die gleichen Personen sind, die sie
verteilen und auswerten. Ein Umstand, der an unserem
Demokratieverständnis rüttelt. Inakzeptabel ist auch, dass jeder
gleich doppelt an der Umfrage teilnehmen kann. Einerseits mit dem
per Post versandten Umfragecode – andererseits mit dem
Wahlkampfcode, den man per SMS beantragen kann,“ begründet Könczöl
die Entscheidung der Plattform.
Mit dem SMS-Umfragecode können nicht nur die GrazerInnen mindestens
zwei Mal am Wahlkampf teilnehmen. Jeder Mensch mit einer
österreichischen Handynummer kann sich kostenlos und unverbindlich
einen Code per SMS zusenden lassen. Dass man derart leger mir den
Umfragecodes umgeht, legt die Vermutung nahe, dass man nur versucht,
möglichst viele Menschen auf die Wahlkampfseite zu lotsen.
„Wir starten gemeinsam mit den GrazerInnen die Volksbefragung zur
Staustufe Graz“ stellt Könczöl klar. „Die Volksbefragung ist ein
demokratisches Mittel, welches uns durch die Verfassung garantiert
ist. So können sich alle Grazer BürgerInnen beteiligen und sicher
sein, dass ihre Meinung auch den nötigen Wert erhält.“
Durchgeführt wird die Volksbefragung direkt durch die Stadt Graz.
Sie garantiert einen rechtskonformen und sauberen Ablauf und hat die
nötige Kompetenz, die Volksbefragung umzusetzen. Die Stadt Graz
besitzt nicht nur die nötige Erfahrung mit Volksbefragungen, sondern
verfügt auch über die notwendigen Mittel zur Umsetzung – wie etwa
den Zugriff auf das amtliche Wählerverzeichnis. So kann sie dafür
sorgen, dass auch garantiert alle wahlberechtigten GrazerInnen
teilnehmen können. Selbstverständlich werden bei amtlich geregelten
olksbefragungen auch nur Themen abgefragt, die auch im direkten
Einflussbereich der Stadt liegen – die Verantwortlichen also
Handlungsspielraum haben.
Für die Plattform „Rettet die Mur“ ist Bürgerbeteiligung keine
Floskel: „Wir leben Bürgerbeteiligung seit mehreren Jahren. In
dieser Zeit wurden unzählige Stunden wertvoller ehrenamtlicher
Arbeit geleistet. Wir sind für unser Anliegen immer authentisch und
voller Elan eingetreten. So gestalten wir nicht nur die Zukunft von
Graz, sondern fördern auch direkt die Demokratie und öffentliche
Diskussion – Güter, die nicht leichtfertig aufs Spiel gesetzt werden
dürfen.“
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