|
Pressemappe
25. Jänner 2012 Feinstaubbelastung beinahe verdoppelt – Krankheits- und Sterberisiko massiv erhöht Feinstaubbelastung in Teilen von Graz durch Kraftwerksbau beinahe verdoppelt. Experten befürchten Gesundheitsschäden für tausende Anrainer – Sterberisiko steigt im Baustellenbereich um bis zu 1,6% - Begleiterkrankungen um bis zu 6%. Staustufe Graz ist daher nicht genehmigungsfähig. Über zwei Millionen Tonnen Material müssten für den Bau der Staustufe Graz bewegt werden. Bis zu 864 Mal pro Tag würden LKW durch die teilweise sehr engen Straßen in den Bezirken Liebenau und Puntigam fahren. Die Schadstoffe von rund 2 Millionen Liter Diesel würden von den Baumaschinen in die Luft geblasen. Dipl.-Ing. Markus Ehrenpaar vom Naturschutzbund Steiermark erklärt die Folgen der Bauarbeiten: „Zur starken Lärmbelastung und zusätzlichen Staus bedeutet das für die Anrainer vor allem einen massiven Anstieg der Feinstaubwerte. Und das im ohnehin schon vorbelasteten Süden von Graz. Der Feinstaub entsteht unter anderem auch vom Abrieb der Reifen oder Bremsbeläge sowie der Staubaufwirbelung auf der Baustelle. Aufgrund der erheblichen Mehrbelastung (mehr als 3%) ist dieses Projekt nicht genehmigungsfähig. “
Dr. Gustav Mittelbach ist amtierender Allgemeinmediziner in
Liebenau: „Feinstaub wirkt sich bereits ab einer kurzfristigen
Mehrbelastung schädlich auf die Atemwege und das
Herz-Kreislaufsystem aus. Geradezu haarsträubend ist die
Argumentation im EStAG Gutachten wonach der Großteil des Feinstaubs
reaktionslos sei. Dieser Feinstaub lagert sich selbstverständlich in
den tieferen Lungenabschnitten ab und schädigt dort besonders die
Schwachen - junge Menschen, Säuglinge bereits Kranke und Menschen
mit niedrigem Einkommen, die aufgrund ihrer sozialen Lage besonders
gefährdet sind. Gerade in vorbelasteten Gebieten wie Liebenau oder
Puntigam ist eine Zusatzbelastung als extrem gesundheitsgefährdend
zu bewerten und unbedingt zu vermeiden.“ |
|
|
Die Gutachterin der Energie Steiermark scheint darin aber kein Problem zu sehen. Die Mehrbelastung und das erhöhte Sterberisiko um bis zu 1,6% werden von ihr für die AnrainerInnen als „belästigend“ beurteilt. Ihre Schlussfolgerung wirkt wie reinster Zynismus: „Aus umwelthygienischer Sicht ist die Bauphase aus Sicht der Wohnanrainer als belästigend zu beurteilen. Im Bereich der Zusatzbelastung Luftschadstoffe ist aber mit keinerlei Zunahme der Erkrankungen der Atemwegsorgane zu rechnen, da die Vorbelastung in diesem Gebiet schon sehr hoch ist.“ – Das Schutzgut Mensch sei in seinem Bestand quantitativ nicht gefährdet. (Quelle) Clemens Könczöl, Pressesprecher von "Rettet die Mur": „Die gesundheitlichen Folgen tragen wir alle – speziell Kinder und bereits belastete Menschen.“ Es stellt sich die Frage, wie viel EStAG & Verbund bereit sind einzusetzen, um ein paar Megawatt Strom zu produzieren; Denn hier entzieht man nicht nur der Umwelt die Existenz. Die nächste Generation in Graz müssten nicht nur mit dem Verlust ihres Landesflusses rechnen - ihnen wird direkt und vor allem in vollem Bewusstsein die Grundlage für eine erfolgreiche Zukunft entzogen: Ihre Gesundheit. Pressemappe:
Weitere Quellenverweise: · Humanmedizinische Auswirkungen von Feinstaub · Beurteilung der Zusatzbelastung – Humanmedizinisches Gutachten · Verkehrsbelastung durch den Kraftwerksbau · Aushub im Zuge des Kraftwerkbaus · Berechnungen Feinstaubbelastung im Projektgebiet 2015 (ohne Staustufe) · Berechnungen Feinstaubbelastung durch den Bau der Staustufe · Zahl der betroffenen Anrainer
|
|
|
|
|
|
Staustufe
GÖSSENDORF |